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ITALO
DISCO HISTORY

Ursprünge
Geprägt vom - dort langsam aussterbenden - amerikanischen Disco/Dance/Funk-Style
der späten 70er sowie den neuartigen Einflüssen elektronisch
erzeugter Musik, begann sich die europäische Disco-Scene in
den frühen 80ern neu zu formen. Von den gleichen Wurzeln ausgehend
entwickelte sich in vielen europäischen Ländern ein "landeseigener"
Disco-Style. So auch ab ca. 1981 verstärkt in Italien.
Neben erfahrenen bzw. etablierten Musikern begannen zunehmend auch
weniger Professionelle (wie z.B. DJs), sich mit den umfangreichen
Möglichkeiten "elektronischer" Musik auseinander
zu setzen. Der Einsatz von Drum-Computer, Synthesizer, Vocoder und
Sequencer schaffte vollständig neue musikalische Möglichkeiten
im Dance-Bereich. Mit Innovativität, Spürsinn und Kreativität
- eine Tugend, die Italiener im Bereich der Popmusik seit je her
auszeichnet - entwickelte sich ein vollkommen eigenständiger
italienischer Disco-Stil.
Italienische DISCO-Produktionen der frühen Jahre (81-82) zeigen
noch sehr hörbar die enge Verwandtschaft zu den ebenso angesagten
Styles electro disco/wave und american disco/funk.
Mit zunehmender Mischung beider Stile plus individuellen kreativen
Einflüssen der Musiker bzw. Komponisten, erweiterte sich das
musikalische Spektrum immens und machte die italienische Disco-Scene
- auch für den europäischen u. später weltweiten
Dance-Markt - interessant und dadurch auch zunehmend kommerziell
erfolgreicher.
Durch das rasante Entstehen unzähliger Independent-Plattenlabel
- mit den unterschiedlichsten Interpreten, Komponisten und Produzenten
- entstand eine solche musikalische Vielfalt, dass fast jeder "Musik-Geschmack"
bedient wurde.
Von lieblich und süß, albern, verspielt und kindisch,
über melancholisch und ergreifend - bis hin zu extrem tanzbar,
treibend, cool, energiegeladen und pompös... für jeden
Discomusic-Fan war eine musikalische Nische offen.
Master Mind 1
Untrennbar mit den ersten großen kommerziellen Erfolgen ist
der Name Pieriluigi
Giombini verbunden. Als visionärer Komponist kreierte er
einen "Sound", der ihm einen bis dahin unvorstellbaren
Erfolg bescheren sollte. Seine Melodien und durchdachten Arrangements
waren vielleicht einer von vielen Zündfunken für das Beginnen
dieses Phänomens ITALO DISCO.
Als Giombini 1982 mit einem Demoband von "Masterpiece"
(später gesungen von Gazebo) die hiesigen Plattenfirmen abklapperte,
wurde ihm gesagt, auf dem europäischen Dance-Markt wäre
kein Platz für einen englisch gesungenen Song - interpretiert
von einem unbekannten italienischen Sänger. Auf vielen Umwegen
wurde die Schallplatte unter einfachsten Bedingungen produziert.
Trotz fehlender Promotion wurden immer mehr DJs und daraus resultierend
auch die Disco-Besucher auf den Song aufmerksam. Jetzt erkannte
auch die Firma Baby Records das Potential dieses "Meisterstücks"
und begann mit der richtigen Vermarktung. Mit 1.000.000 verkaufter
Kopien von "Masterpiece" war der Grundstein für weitere
Erfolge Giombinis gelegt.
Mit "I Like Chopin" u. "Lunatic" von Gazebo
sowie "Dolce Vita", interpretiert von Ryan Paris, hatte
Giombini Ende 1983 bis Anfang 1984 drei Top-Ten-Hits in Deutschland
und verkaufte bis heute weltweit mehr als 10.000.000 (!) Exemplare
dieser drei Songs.
Master Mind 2
Mauro Farina war/ist der Tausendsassa der italienischen
Disco-Szene. Farina, musikalisch eigentlich mehr aus der Rock/Pop-Sparte
kommend, war Anfang der 80er von der energiegeladenen Discomusik
der Amerikaner Bobby Orlando und Patrick Cowley so fasziniert, dass
er zusammen mit seinem langjährigen Partner Giuliano Crivillente
das Label S.A.I.F.A.M. gründete, um nur noch Disco-Music zu
produzieren. Mit seiner unverwechselbaren und vielseitigen Sing-Stimme
verlieh er seinen Kompositionen diesen gewissen Touch... der das
Duo Farina/Crivillente eben auszeichnete.
Unter zahlreichen Pseudonymen wie z.B. Brand Image, Atrium, Danny
Keith, Alan Barry u.v.m. veröffentlichten Farina/Crivillente
unzählige DISCO-Knaller und forcierten ab 1984 ihre Erfolge
mit dem neu gegründeten Label "Time Records", welches
sich zum kommerziell erfolgreichsten der italienischen Disco-Szene
entwickelt. Mit der 1985 ins Leben gerufenen Formation "Radiorama"
wurde dem ganzen noch mal eins "drauf gesetzt". Millionenfache
Verkäufe in Europa und Asien bestätigten das Duo Farina/Crivillente
endgültig als Könige der italienischen DISCO-Szene. Noch
heute ist Mauro Farina sehr eng mit der aktuellen italienischen
Dance-Scene verbunden.
Noch mehr Master Minds
... in Bearbeitung ...
Erfolge
ITALO DISCO mit all seinen Facetten wurde zwischen 1982 und 1987
tausendfach produziert und weltweit sehr erfolgreich verkauft. Acts
wie z.B. Valerie Dore, Scotch, Spagna, Radiorama, Den Harrow, Ken
Lazlo, Baltimora, Martinelli waren weltweit sehr erfolgreich und
hatten auch hohe Chart-Platzierungen. Wissenswert und mit Sicherheit
kein Geheimnis mehr... Namen sind Schall und Rauch! Wer beim Video-Anblick
von Valerie Dore oder Den Harrow denkt, der Gesang wäre echt
- der irrt. Mit zunehmendem Erfolg und daraus resultierender Medienpräsenz
war es letztendlich egal, wer den Song vorträgt. Milli Vanilli
lassen grüßen. Nur bei ITALO DISCO hat es keinen interessiert.
Viele kleine Label blieben ihrem "eigenen Stil" treu und
produzierten oft mit weniger kommerziellem Erfolg. Manche "12
Inch DiscoMix" erschienen nur in sehr kleinen Auflagen (500
- 2000 Exemplare). Dementsprechend gesucht sind solche Schätze
heute unter den weltweit zahlreichen Vinyl-Sammlern dieser Disco-Epoche.
Abschied
Mit dem Beginn von Acid House und Techno im letzten Viertel der
80er Jahre verschwand auch das Interesse (auch meines!) an ITALO
DISCO. Ab hier ging es weiter in Richtung ITALO HOUSE und ITALO
DANCE... und das sind zwei ganz andere Kapitel.
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